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Mali - Ein Fest für die Sinne

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Der faszinierende westafrikanische Staat Mali am Rande der Sahelzone ist in Österreich nahezu unbekannt. Der Binnenstaat entfaltet sich vor allem an den Ufern des Niger und zeichnet sich durch kulturelle Vielfalt aus. Das einst mächtige Königreich im westlichen Sudan ist heute fast in Vergessenheit geraten und hat keinen Anteil am Afrikatourismus. Berichte über Mali sind rar und beschäftigen sich zumeist mit Hunger und Krankheiten. Nachdem die UNESCO die Moscheen und Friedhöfe Timbuktus zum Weltkulturerbe erklärte, rückte zumindest die sagenumwobene Stadt wieder in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit.

Die zahlreichen Ethnien prägen durch ihrer unterschiedlichen Gebräuche und Trachten das alltägliche Leben. Die zahlreichen Märkte, der typische Schmuck und die farbenfrohen Stoffe sowie die daraus gefertigten prächtigen Gewänder sind es, die die einzigartige Schönheit Malis ausmachen.

Die faszinierenden Stoffe - vom Baumwollanbau bis hin zum fertig veredelten Festtagsgewand - stehen im Mittelpunkt der vom Alkovner buero fuer kommunikation und gestaltung prenn_punkt gestalteten Ausstellung "Ein Fest für die Sinne". Das dreiköpfige Ausstellungsteam Mamadou Kone, Doris Prenn und Beate Wegerer unternahm für diese Ausstellung eine mehrwöchige Expedition nach Mali. Ziel dieser Reise war, wesentliche Beispiele der textilen Kultur vom Rohmaterial bis zum Endprodukt Malis zu dokumentieren. Trotz der Transportbeschränkungen konnte Material im Gewicht von einer halben Tonne nach Österreich transportiert werden. Umfangreiches Fotomaterial und Interviews mit ErzeugerInnen komplettieren optisch und inhaltlich die Ergebnisse.

Die umfangreichen Eindrücke flossen in die von der Ausstellungsarchitektin Doris Prenn barrierefreie konzipierte Ausstellung an der VHS Hietzing. Wie erhalten die Stoffe ihre außergewöhnlichen Farben? Wie entsteht der auffällige Glanz? Wie kommt es zu den prächtigen Mustern? Diese und viele andere Fragen werden im Verlauf der Ausstellung von den Handwerkern selbst beantwortet. Das Ausstellungsteam hat Baumwollbauern, Spinnerinnen, Weber, Färber und Schneider ebenso wie den Direktor der größten malischen Baumwollfabrik besucht und befragt. Die bei diesen Interviews aufgezeichneten Tondokumente und Audiodeskriptionen sind in der Ausstellung zu hören. Die freihängenden Stoffe eignen sich zum "be"-greifen. Die Ausstellungstexte sind zusätzlich in Brailleschrift gedruckt. Begleitend zur Ausstellung wurden die Mali-Kulturtage, die von der malischen Botschafterin Fatoumata Sire Diakité am 13. Oktober 2006 eröffnet wurden, abgehalten. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Lesungen, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und sogar Kochworkshops verankerte Mali im Bewusstsein der AusstellungsbesucherInnen.

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